Definition Typografie
Typografie ist die Lehre von der Gestaltung einer
Drucksache.
Ziel: optimale Lesbarkeit.
Griechisch:
Typos=Gestalt,
Vorbild, Muster
graphein=schreiben
Mittel: Schrift, Linie, Fläche, Farbe, Struktur...und
deren Anordnung auf einem
ausgewählten Format.
Arten: Experimentell und funktionell
Mikrotypografie:
Grundregeln von schrift-/textbezogenen
Einheiten (Buchstabe, Wort, Zeile, Absatz, Seite)
Makrotypografie:
Die Gestaltung und Aufteilung /
Gesamteindruck einer Drucksache
Versalien:
Großbuchstaben (Majuskeln, geschriebene
Großbuchstaben
(nach Möglichkeit nicht im Grundtext)
Gemeine:
Kleinbuchstaben (Minuskeln, geschriebene Kleinbuchstaben)
Akzentzeichen:
é, à
Ligaturen:
Buchstabenkombinationen (ch, ck, fi, ft) nicht miteinander
verbinden (bei Überschriften sinnvoll)
An-
und Abführungen:
„ „ oder >
Gedankenstrich:
steht immer am Zeilenende vor + hinter Wortzwischenraum
Ziffern:
Normalziffern – Breite entspricht Schriftbild
Tabellenziffern
– immer gleiche Breite auch die 1
Gemeine
Ziffern – haben Ober- und Unterlängen
Bruchziffern – verkleinert oder echt
Kapitälchen:
Großbuchstaben in Höhe der Mittellänge der Kleinbuchstaben
Unechte
Kapitälchen:
verkleinerte Großbuchstaben (im Grundtext vermeiden)
Echte
Kapitälchen:
gibt es nur in wenigen Schriften
Laufweite:
der Abstand der Buchstaben zueinander, je größer der
Schriftgrad, verliert er den optischen Zusammenhalt, Veränderung
erst ab 18 Punkt.
Grundschriftgröße:
Niemals Format total mit Schrift füllen, Viel Schrift überfordert
den Betrachter.
Zeilenbreite:
Blocksatz, Mittelachsensatz, Flattersatz rechts- oder linksbündig
Zeilenabstand
(Durchschuß):
kompreß=ohne Durchschuß, je größer die
Zeilenbreite, um so größer der Zeilenabstand
Regel: Der optische Raum zwischen den Zeilen soll so bemessen
sein, daß er bei 45
Zeichen, der Höhe der Mittellänge entspricht. In fetterer Form
nur geringfügige
Verringerung
Letterspacing:
Laufweite der Schrift in den Zeilen unterschiedlich,
amerikanische Variante > unbedingt vermeiden.
SCHRIFTSCHNITT
Mehrere
Variationsmöglichkeiten (leicht, normal, halbfett, fett
kursiv....)
SCHRIFTFAMILIE
Name
der Schrift (Helvetica, Times, Gill....)
SCHRIFTKLASSIFIKATION
*Niemals
eine Schrift verzerren > Character und Schönheit gehen
verloren
serifenlose Antiqua, serfienbetonte Antiqua....
GESTALTUNGSMERKMALE
/ BUCHSTABE
Schriftbild, Schriftlinie, Dickte, Fleisch, Vor- und
Nachbreite, Unterlänge
*Auf
der Schriftlinie werden alle Schriften optisch ausgerichtet,
auch bei verschiedenem Character.
*Das
Schriftbild besteht aus Ober-, Mittel- und Unterlänge.
DIE
RICHTIGE SCHRIFT
Auf den Zusammenhang zwischen Inhalt und Schrift achten.
Schriftauswahl auf das Leseverhalten abstimmen.
Schmaler Schnitt bei Platzmangel
MISCHUNGEN
Mischung innerhalb einer Schriftfamilie möglich.
Schriftfamilie auf andere Schriftschnitte überprüfen
(Kapitälchen, Versalien...)
Schriftschnitte aus Schriftfamilien nicht mischen.
Keine Schriftmischungen innerhalb der gleichen
Klassifikationsgruppe.
Schriften sind mischbar, wenn gleiche oder ähnliche
Struktur.
Bei Mischungen darauf achten, daß sie ähnlich ist
(Schriftstärke...)
UNTERSCHNEIDEN
das
nachfolgende, meist kleinere Zeichen an das größere nach links
heranrücken
Buchstaben
dürfen sich nicht berühren...
LAYOUTTECHNIKEN
Graukeil-Technik:
Das Handwerkzeug für alle Strichtechniken ist der Bleistift.
Mit ihm werden alle Linienbänder (Zeilen) gezogen.
Schreibendes
Skizzieren: ist
die skizzenhafte Darstellung für den Satz vorgesehene Schrift.
Text ist lesbar. Benutzung auch von Kugelschreiber,
Faserschreiber und Buntstift. Schriftcharacter wird flüchtig
vermittelt.
Textgerecht und textunabhängiges Klebelayout:
textgerechte Klebeskizze
(computererstellt), textunabhängige Klebeskizze (keine Übereistimmung
mit Manuskript, aber Übereinstimmung von Schriftcharacter und
–größe. Ab Schriftgröße 16 Punkt werden Ober- und Unterlängen
freigestellt.
Strich-neben-Strich:
Darstellung jeden Schriftcharacters. Strich an Strich
herantasten an den Character der Schrift.
Klebeumbruch einer Zeitschriftendoppelseite:
ermöglicht Exaktheit und
Genauigkeit bei Umbruch + Montage. Umbruchschema (Satzspiegel,
Spaltlinien) + Zeilennummerierung. Positivmontage auf hellblauer
Linierung – wird bei der fotograf. Aufnahme absorbiert.
SATZSPIEGEL
Blocksatz: Zeilen
gleicher Breite, daher ungleiche Wortzwischenräume
Flattersatz:
Zeilen
unterschiedlicher Breite, optisch gleiche Zwischenräume
Seitennummerierung:
Seite=Kolumne
/ Kolumnenziffer
(Pagnierung)
Kolumnentitel
a)
lebender Kolumnentitel – verändert sich durch Stichwörter
+ Seitenziffern, liegt innerhalb des Satzspiegels
b)
toter Kolumnentitel – seitlich oder am Fuß plaziert,
außerhalb des Satzspiegels
ungerade
Seitenzahlen > links
gerade Seitenzahlen > rechts
Festlegen des Satzspiegels
Berücksichtigen der optischen Eigenschaften von
Schriften beim Einrichten des
Satzspiegels
Drei
Spalten sind interessanter und abwechslungsreicher als zwei.
Wortzwischenraum
„i“
Spaltzwischenraum
„mi“
Grundschriftzeilen
bestehen aus ihrer eigenen Höhe und dem Abstand zur
Oberkante der nächsten Zeile
Schriftgrad
+ Durchschuß (Zeilenabstand) = Gesamthöhe Grundschriftzeile
Registerhaltigkeit
Die Zeilen Vor-
und Rückseite an gleicher Stelle, genauso wie auf den gegenüberliegenden
Seiten (Register halten.)
DAS PAPIER
Die richtige
Sorte auswählen / farbige Papiere unterstreichen
Werbewirksamkeit.
WICHTIG!
-
Kenntnis der DIN-Reihen (DINA4 210x297 mm)
-
Vesandhülle berücksichtigen
-
Versandkosten
-
Laufrichtung des Papiers (beim Buch parallel zum Bund)
Ideenskizze
(Scribbles)
-
Was könnte herausgestellt werden, wie teile ich auf?
-
Festlegen des Satzspiegels = Nutzfläche auf dem ausgewählten
Format.
-
Bei einseitigen Drucksachen Satzspiegel (zB. 5:8 Goldener
Schnitt)
Idee / Konzeption
WIE lautet der
Auftrag?
WAS
soll erreicht werden?
WEM
will ich etwas mitteilen?
WELCHE
Mittel habe ich zur Verfügung?
Informationsträger
Zeitungen/Zeitschriften:
streng/einheitlich
Bücher
jeder Art: streng/einheitlich (Illustrationen lockern auf)
Technische
Dokumentation: streng/sachlich
Akzidenzdrucksachen:
freie Gestaltung, Gelegenheitsdrucksache, im Vordergrund steht
die creative Idee – privat oder geschäftlich
Auszeichnungen im Grundtext
Hervorhebung
wichtiger Textpassagen.
-ästhetisch:
kursive Schrift, Kapitälchen, Versalien
-optisch:
halbfette oder fette Schriften, Großbuchstaben, Sperrungen,
Unterstreichungen
-Einzug
von Textblöcken
-farbige
gerasterte Flächen
-Markieren
von Absätzen
Merke: Nie mehr als 3 Trennungen untereinander.
Zuviele
Auszeichnungen vermeiden, Funktion geht verloren.
SCHRIFTKLASSIFIKATIONEN
-
Renaissance
Antiqua, venezianisch
-
Renaissance
Antiqua, französisch
-
Barock
Antiqua
-
Klassizistische
Antiqua (fett/fein Kontrast)
-
Serifenbetonte
Linear-Antiqua
-
Serifenlose
Linea-Antiqua (sehr gerade)
-
Antiqua
Varianten (Sammellager für andere)
-
Schreibschriften
-
Handschriftliche
Antiqua
-
Gebrochene
Schriften:
a)
gotisch
b)
rundgotisch
c)
schwabacher (Elefantenrüssel)
d)
Fraktur (Oberlänge gespalten)
e)
Fraktur Varianten
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