|
Die
Druckindustrie befaßt sich mit:
Werbedrucken > Kataloge, Plakate, Flyer...
Geschäftsdrucksachen > Endlosformulare,
Wertpapiere...
Zeitschriften > Zeitungen, Anzeigenblätter...
Bücher > Adress-, Telefonbücher, Literatur,
Atlanten...
Etiketten > Aufkleber, Namens-, Firmenetiketten...
Kalender
Karten > Glückwunschkarten...
Sonstiges > Geldscheine, Tapeten, Verpackungen...
Die
Papiersorten
NATURPAPIERE
Ohne Nachbehandlung, höchstens hochgeglättet (durch
hochglanzpolierte Stahlwalzen, wird auch satiniert genannt >
es werden keine Zusatzstoffe zur Papiermasse gegeben). >>
Zeitungsdruck, Taschenbücher, preiswerte Massenwurfsendungen
GESTRICHENE PAPIERE
mit Streichmasse überzogen. Matt oder hochglänzend. >>
Kunstdruckpapiere oder Chromokarton (einseitig gestrichen)
SCHREIBPAPIERE
...müssen tintenfest sein (Schreibpapier, Briefpapier,
Tintendruckerpapier). Zeichen- und Malpapiere werden immer
beidseitig geleimt und bestehen aus Hadern oder Zellstoff.
SPEZIALPAPIERE
>> Kopier-, Drucker-, Kohle-, Schmirgel-, Schleifpapier,
Banknoten
Das Papiergewicht
...bedeutet Gramm pro
Quadratmeter.
Beispiele:
Durchschlagpapier
25-30 Gramm
Zeitungspapier
ca. 50 Gramm
Kunstdruckpapier
90-135 Gramm
Karton
190-300 Gramm
Die Rohstoffe
HOLZ
>
- der wichtigste Rohstoff zur Papiergewinnung
– indealerweise langgestreckte Faserzellen
– Inhaltsstoffe: Zellulose, Hemizellulose, Lignin, organische
und anorganische Verbindungen
HADERN >
- Alttextilien: Gewebe natürlicher Herkunft...Baumwolle,
Leinen, Hanf, Flachs
– Verwendung: Banknoten, Dokumente, Bibeldruckpapier,
handgeschöpftes Büttenpapier
ALTPAPIER >
- Einsatz im Moment 60 – 65 %
- Nachteile: De-inking (Befreiung von Druckfarbe)...geballter
Einsatz von Chemie notwendig
– Verwendung: hochwertiges Druckpapier bis Hygienepapier
Die Zusetzungsstoffe
FÜLLSTOFFE:
sind mineralische Zusatzstoffe zum Zusetzen um Lücken, die bei
der Verfilzung entstehen, zu füllen. Das Papier wird fester und
glatter.
Verwendet werden > Kaolin, China Clay (feinste Tonerde),
Kreide, Talkum. Der Anteil kann bis zu 360 % betragen. Bei zu
hohem Einsatz wird das Papier lappig, staubt oder rupft.
LEIMSTOFFE:
Zweck > Verhinderung von Aufnahme von Feuchtigkeit.
Leim
kann auf die Oberfläche aufgetragen werden oder der Papiermasse
zugefügt werden.
Vorteil > Gute
Beschreib- und Bedruckbarkeit
FARBSTOFFE:
Einsatz > Verbesserung des Reflexionsvermögens, oder
Einfärbung der Rohmasse für farbige Druckpapiere.
Zusatz
auch bei weißem Papier, um die optischen Qualitäten zu
verbessern. Winzige Mengen blauer Farbstoffe erwecken den
Eindruck einer höheren Weiße. Kurzwelliges Licht wird
sichtbar.
Aufbereitung zum Halbstoff
>
MECHANISCH
Entstehung des Holzschliffs:
Mahlwerk zerreibt und zerkleinert...130 Grad heißes Wasser
gelöst...mit Refinern weiter zerfasert...Holzinhaltsstoffe
bleiben erhalten.
Altpapier:
...wird mit Pulpern, Druckluft und sich schnelldrehenden Messern
zerfasert. Der Pulper (im Prinzip: Wäscheschleuder). Schwere
Verunreinigungen lagern sich durch die Zentrifugalkraft am Rand
ab und leichte innen, die dann abgesaugt werden. Wenig
schonendes Verfahren, nicht beliebig oft wiederholbar. De-inking.
Alttextilien:
Reinigung und Zerkleinerung im Kollergang mit scharfen Messern.
Zugabe von heißem, kochendem Wasser. Herauslösen der Farben.
>
CHEMISCH
Es gibt zwei Verfahren:
das saure Sulfitverfahren und das nichtsaure Sulfatverfahren
Sulfitverfahren:
Funktionsweise > Die Holzschnitzel werden mit einer
Caliumhydrogen-
sulfitlösung unter sehr hohem Druck gekocht. Die Inhaltsstoffe
der Faser, wie Fette, Harze, Lignin werden entfernt. Es bleibt
nur die leere Zellhülle (Zellstoff). Dieser kann wegen der
fehlenden Inhaltsstoffe nicht vergilben. Zweitwichtigster
Halbstoff neben Holz. Er kann gebleicht werden (Chlor,
Natronlauge, Peroxide, heute: Sauerstoff).
Nachteil
> Die sauren Bestandteile, die zurückgeblieben sind,
verbinden sich mit der Feuchtigkeit, Luft und Restchemikalien zu
einer Säure. Diese zerfrißt dann die Bücher von innen heraus.
Merke
> höchsten 5 % Holzstoff, mindestens 95 % Zellstoff =
holzfreies Papier.
Sulfatverfahren:
Papier, das in diesem Verfahren hergestellt wurde, zeigt noch
keine Verfallstendenz.
Aufbereitung
zum Ganzstoff
>>
der stark zerkleinerte Holzschliff kommt in Kegelstoffmühlen
> weiters Aufkochen und feine Mahlung.
Es gibt
die...
>
rösche Mahlung: Faser kurz oder lang. Die Zellfaser wird
glatt durchschnitten und möglichst wenig verletzt.
> schmierige Mahlung: Faser kurz oder lang. Die Faser
wird gequetscht und aufgerissen und ist dadurch voller Splitter
und Häckchen. Dieses Papier ist besonders fest und haltbar.
Die
Produktion und ihre Produktionsstufen
a-
Aufbereiten zum Halbstoff
– das Verfahren zur Gewinnung der Holzfaser, entweder mit
mechanischen oder chemischen Mitteln
b-
Aufbereiten zum Ganzstoff
– die Aufbereitung der Faserstoffe durch Mischen im richtigen
Verhältnis mit Zusatzstoffen
c-
Produktion in der Papiermaschine
- Herstellung einer
„endlosen“ Papierbahn
d-
Veredeln
– Durch Bestreichen der
Oberfläche mit einer Paste (z.B. Kaolin) erfolgt eine
Qualitätsverbesserung
e-
Ausrüsten der Papiere
– Verarbeitung des Papiers zu
Rollen oder Stapeln, Vorbereitung zum Einsatz in der
Druckindustrie
Papierformate
A (O)
die größte Form (Größe eines Quadratmeters)
B
Hefter und Ordner
C
Umschläge und Versandhüllen
Die
Papiermaschine
Stoffauflauf >
Einfüllung flüssiger Papiermasse auf ein bis zu 10 m
breites und etwas 110 kmh schnelles Sieb
Siebpartie
>
Das Sieb wird zusätzlich noch seitlich gerüttelt, damit die
Fasern besser verfilzen
Pressenpartie
>
Die Bahn läuft über
Filze und Walzen und wird vorsichtig gepreßt (Gautschen)
Trockenpartie
>
Bestehend aus beheizten Stahlwalzen und Gegendruckzylindern.
Stoffdichte am Ende: 95 % Papier, 5 % Wasser. Umgekehrtes
Verhältnis wie am Anfang.
Glättwerk
>
Das Papier wird geglättet und satiniert durch hindurchführen
zwischen hochglanzpolierten Stahlzylindern. (maschinenglatt)
Aufrollung
>
Wenn keine weitere Behandlung mehr vorgesehen ist...aufteilen
der Bahn in verschiedene Breiten und Aufrollung
Streichwerk
>
Falls das Papier veredelt werden soll...Bestreichen mit einer
Paste, verleiht glänzendes bis hochglänzendes Aussehen.
Einseitig oder beidseitig (Beispiel: Kunstdruckpapier)
Die
Farbenlehre
...die
Welt ist bunt, durch Vorhandensein des Lichts.
...Abwesenheit
des Lichts > die Farben werden eliminiert, nur noch hell und
dunkel > „Bei Nacht sind alle Katzen grau.“
...Licht
ist der sichtbare Bereich des elektromagnetischen Spektrums der
Sonne.
...das
mittlere Tageslicht besteht aus 3 Wellenlängen...
400-500 nm
BLAU
500-600 nm
GRÜN
600-700 nm
ROT alle
3 zusammen neutral.
...Primärstrahler
erzeugen selbst Licht.
...die
meisten Lichtquellen erzeugen die Strahlung durch Erhitzen
bestimmter Materialien.
Farbtemperatur
...wird in Kelvin gemessen, 0 Kelvin entsprechen –273 Grad
Celsius (Weltraumtemperatur) > absoluter Nullpunkt
...die
Temperatur, die ein Körper besitzt (bei Erhitzung), wenn er zB.
rotes Licht abstrahlt, ist dann die Farbtemperatur des roten
Lichts.
Wird
ein Körper von einer Lichtquelle bestrahlt , kann 3erlei
geschehen:
·
Das Licht wird reflektiert (Reflexion).
·
Das Licht dringt hindurch (Transmission).
·
Das Licht wird absorbiert (Absorption).
Das
Auge
...in der
Netzhaut des Auges gibt es Stäbchen und Zäpfchen.
Die Zäpfchen
sind der Rezeptor für die Lichtfarben: Blau, Grün, Rot.
Die Stäbchen
sind der Rezeptor für die Helligkeitsabstufungen.
...die
Übermittlung der Reize findet über den Sehnerv statt.
Die
Farbensymbolik
ROT >>
schön, Gefahr. Liebe, Herrschaft, Blut. Leidenschaft.
GRÜN>> Ruhe, Ausgeglichenheit, Medizin, Fruchtbarkeit.
BLAU >> Majestät, Stille, Treue.
GELB >> Neid, Unruhe, Kampf, Sonne, Leben.
SCHWARZ >> Tod, Trauer, Stille.
WEISS >> Unschuld, Jungfräulichkeit, Medizin,
Feierlichkeit
Farbenmischung
Alle nur
denkbaren Farben sind aus den 3 Grundfarben des Spektrums
mischbar.
Farbenmischung
/ -raum
·
Farbenordnung : zweidimensionales Modell
·
Farbenraum : dreidimensionales Modell
Beispiele:
-
Farbkreis nach Goethe
-
Farbkreis nach Osterwald
-
CIE-System
-
Zahlenwürfel nach Hickethier
-
Farbdreeick nach Mayer
CIE-Lab-System:
Ein bildschirmunabhängiges System. Die Farben werden auf unter-
schiedlichen Monitioren gleich dargestellt.
Farbenwürfel
nach Hickethier:
Ein dreidimensionales System, das 1000 Farben mittels
Zahlgruppen genau definiert werden können.
Hickethier
Zahlensystem:
Jedem Farbton wird eine
Kombination aus 3 Zahlen zugeordnet:
·
900 > Gelb
·
090 > Magenta
·
009 > Cyan
111.................555
(mittleres Grau)..........................888.
Die
Farbenmischung, additiv
-verschiedenfarbige
Lichtstrahlen
-Grundfarben:
BLAU, GRÜN, ROT
Mischungsmöglichkeiten:
-Übereinanderprojezieren farbiger Lichtstrahlen
-Betrachten verschiedener Rasterpunkte
-Drehen eines Farbkreisels mit verschiedenfarbigen Flächen
Bei der
Mischung von zwei Grundfarbe und der Hinzugabe der Dritten
addieren sich die Farben zu neutral oder weiß.
Die
Farbenmischung, subtraktiv
-verschiedenfarbige
Stoffe
-Grundfarben:
Cyan, Magente, Gelb
Mischungsmöglichkeiten:
-Hintereinanderschalten verschiedenfarbiger Filter
-Mischen von farbigen Pigmenten
-Mischen von farbigen Lösungen
Bei der
Mischung zweier Grundfarben und der Hinzugabe einer dritten
Farbe, wird von dem Licht auch die subtrahiert. Es kann keine
Reflexion mehr entstehen. Ergebnis: schwarz.
|