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Marketing wird heute überwiegend als Ausdruck für eine
umfassende Philosophie und Konzeption des Planens und Handelns
gesehen. Alle Aktivitäten eines Unternehmens werden konsequent
auf die gegenwärtigen und künftigen Erfordernisse (ausgehend von
systematisch gewonnenen Informationen) der Märkte ausgerichtet
mit dem Ziel der Befriedigung von Bedürfnissen des Marktes und
der individuellen Ziele.
Stark vereinfacht läßt sich Marketing – als Führung vom Markte
her- darstellen.
Die Marketinginstrumente:
-Produktpolitik
-Distributionspolitik
-Kommunikationspolitik
-Kontrahierungspolitik
-Marktforschung
Für ein gelungenes Marketing – Konzept sind alle 5 Instrumente
gleichermaßen von großer Bedeutung.
Die Entwicklung des Marketing
1.
Die 50er Jahre: Verkäufermarkt
Nach
dem 2. Weltkrieg war es die Hauptaufgabe von Unternehmen zu
produzieren. Die Nachfrage war sehr viel höher als das Angebot.
Die Kunden kauften, was es gab. So war ein besonderes Marketing
nicht von Nöten, höchstens ein logistisch gut funktionierender
Vertrieb.
2.
Die 60er Jahre: Käufermarkt
Die
Märkte wurden zunehmend enger, da die Nachfrage gesättigter war.
Allerdings standen die Produktionskapazitäten und mußten
ausgelastet werden. Die Unternehmen versuchten also mit
intensiver Werbung, aggressiver Preispolitik und starkem
Vertrieb ihre Produkte in den Markt zu drücken. Trotzdem wurde
zuerst produziert und dann die Vermarktung geplant. Zu dieser
Zeit gehörte Marketing zum Vertrieb und eine Abteilung neben dem
Vertrieb.
3.
Die 70er und 80er Jahre: Strategisches Marketing
Prägung durch ernsthafte Krisen, durch weltweite Konkurrenz und
den Ölpreisschocks. Die Unternehmen mußten umdenken: zuerst
wurde gefragt, was sich verkaufen läßt, dann entsprechend
produziert. Diese Phase war der Höhepunkt des Marketing. Die
Instrumente des Marketing – Mix wurden entwickelt, die Käufer
wurden zu Zielgruppen, der Markt wurde in Segmente aufgeteilt,
darin erfolgte dann die Positionierung der Produkte. Die
Stellung des Marketing stieg bis zur Hauptabteilung oder zum
Teil zum Vortstandsressort auf.
4.
Die 90er Jahre: Integriertes
Marketing/Beziehungsmarketing:
Heute ist die Marktorientierung nicht mehr nur eine Abteilung
sondern wird zur Führungsphilosophie des gesamten Unternehmens.
Die Forschung und Entwicklung neuer Produkte richtet sich nach
Bedürfnissen späterer Kunden.
Trendmarketing
-
Flexibles Marketing:
Die
wichtigste Eigenschaft eines heutigen Unternehmens ist die
Flexibilität. Jeder Kunde möchte sein persönliches Produkt- und
Leistungspaket. Die Zeit der Massenproduktion und –vermarktung
ist vorbei. Das Marketing muß schnell auf Kundengeschmack und
–bedarf reagieren. Das wichtigste Instrumentarium dafür ist die
Marktforschung, um die Kundenwünsche zu erforschen und schnell
umzusetzen.
Das
Ziel ist durch die Marktforschung und den Mut für Neues der
Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.
-
Marketing nach dem Kauf/Service Marketing
Früher zielte das Marketing auf die Kaufentscheidung des Kunden
und endete damit. In der heutigen Zeit beginnt ein wichtiger
Teil des Marketings nach dem Kauf.
Ziel
ist es, den Kunden zum Stammkunden zu machen, also dauerhaft an
das Unternehmen zu binden.
Der Stammkunde
Der Stammkunde spielt eine sehr wichtige Rolle. Der Stammkunde
gibt dem Unternehmen eine Basis. Es ist günstiger in die
Kundenbindung zu investieren als Neukunden zu werben.
Vorteile:
Die Kaufbereitschaft der Stammkunden steigt meist im Laufe der
Geschäftsbeziehungen. Außerdem tolerieren sie eher höhere Preise
und wechseln nicht so oft zur Konkurrenz. Sie empfehlen das
Unternehmen weiter und fungieren so als kostenloser Werbeträger.
Vorrausgesetzt der Stammkunde fühlt sich „wohl“ und mit gutem
Service versorgt.
Die Marketinginstrumente
Es gibt 4 Bereiche:
1.
Produktpolitik: Welche Produkte/Leistungen sollen wie am
Markt angeboten werden?
2.
Distributionspolitik:
An
wen und auf welchen Wegen sollen die Produkte verkauft werden?
3.
Preispolitik: Zu welchen Bedingungen und Preisen sollen
die Produkte angeboten
werden?
4.
Kommunikationspolitik: Welche Informations-
/Beeinflussungsmaßnahmen sollen ergriffen werden, um die
Produkte besser verkaufen zu können?
Das Konsumgütermarketing
Besonderheiten:
Es richtet sich speziell an den Konsumenten/Verbraucher als
Endkunde, der auf der Endstufe des Wirtschaftsprozesses steht.
-
es ist ein originärer Bedarf (entsteht direkt beim
Kunden)
-
es gibt eine große Zahl an Bedarfsträgern
-
die Kaufentscheidung wird in hohem Maße von einzelnen
gefällt
-
mehrstufiger, indirekter Vertriebsweg
-
anonyme Marktkontakte (Massenwerbung)
Das Investitionsgütermarketing
Besonderheiten:
Es befaßt sich im weitesten Sinne mit der Vermarktung von
Produkten und Leistungen die in Industriebetriebe und
Organisationen eingesetzt werden.
-
der Investitionsgütermarkt hängt vom Konsumgütermarkt ab
(zB. Produktion)
-
Die Kaufentscheidung wird in der Gruppe und unter
bestimmten formalen Bedingungen
getroffen
-
Es existiert eine geringere Zahl und höhere Konzentration
von Bedarfsträgern
-
Kunde und Anbieter befinden sich in direktem Kontakt
(Interaktions-/Verhandlungsprozeß)
-
Der persönliche Verkauf steht im Vordergrund, andere
Marketinginstrumente stehen
zurück
-
Der Markt ist internationaler
-
Der Kunde steht beim Kaufverhalten unter einem stärkeren
Zwang zur Rationalität
-
Der Bedarf ist meistens spezialisiert
-
Die Kaufentscheidung dauert meist länger
Das Dienstleistungsmarketing
Abgrenzungen:
-
Dienstleistung sind häufig geistige, immaterielle
Leistungen
-
Sie ist nicht lagerfähig
-
Meist einmalige, individuelle Leistung
-
Häufig personalintensive Leistung
-
Die Leistungen sind schwer standardisierbar
-
Direkte, intensive Beziehung zum Kunden
-
Der Kunde ist oft bei der Erstellung beteiligt
Die
Unternehmensidentität
(Die Elemente)
-
Verhalten
-
Kommunikation
-
Erscheinungsbild
-
Leitlinien (Mittelpunkt)
-
Vision
Die Leitlinien
Sie sind ein Art Grundgerüst für das Unternehmen. Sie sind
schriftlich formuliert und betreffen alle Bereiche des
Unternehmens. Sie definieren, welche Prinzipien des Handelns das
Unternehmen leiten soll.
Beispiele:
1.
Die Unternehmenstradition
2.
Unternehmerische und gesellschaftspolitische Ziele
3.
Die Art und Qualität der Produkte/Leistungen
4.
Die Marktstrategien
5.
Die Management Prinzipien
6.
Den Umgang mit den Human Resources
7.
Den Umgang mit den Kunden
Die bewußte
Unternehmensidentität
a)
nach außen
im
Markt und für den Kunden profiliert sich das Unternehmen mit
einer unverwechselbaren Gestalt und hebt sich damit von der
Konkurrenz ab. Die Basis für eine effektive Marketing-Strategie.
b)
nach innen
bewirkt sie bei den Mitarbeitern eine Identifizierung mit dem
Gesamt-Unternehmen und seiner Strategie. Dies sorgt für bessere
Arbeitsergebnisse, aber nur dann wenn sich alle Beteiligten,
Führung, Personal und Kunden in den Identitätsprozeß einbringen
können.
Die
Unternehmenskultur
Der Begriff kann definiert werden als: die Summe der
Überzeugungen, Regeln und Werte, die das typische eines
Unternehmens ausmachen.
Sie schlägt sich nieder in:
1.
Unternehmens- Legenden (Historie, bewältigte Krisen)
2.
Sprachregelungen
3.
Arbeitsgewohnheiten
4.
Umgangsformen
5.
Sitten und Rituale
6.
Statussymbolen
7.
Produkt- und Service-Charakter
Die Unternehmenskultur ist ein wichtiger Teil der
Unternehmensidentität. Die
Unternehmensidentität muß sich auf die Unternehmenskultur
beziehen und darauf aufbauen. Nur dann wirkt sie echt und nicht
aufgesetzt. Eine Unternehmenskultur entsteht langfristig und ist
ein vielschichtiger Prozeß. Sie ist nicht statisch, dh. sie kann
korrigiert werden, wenn das aus unternehmens sicht notwendig
ist, aber nur dann, wenn alle Beteiligten die Notwendigkeit der
Veränderung bewußt ist und der „Familie“ Unternehmen nützt.
Die
Unternehmenskultur Kundenorientierung
Die Grundlage jeder bewußt geplanten und gestalteten
Unternehmensidentität ist die Unternehmenskultur.
Die Kundenorientierung ist eine große Herausforderung für eine
moderne und erfolgreiche Unternehmenskultur, da die Ansprüche
der Kunden gestiegen sind.
Beispiele für mangelnde Kundenorientierung:
-
mangelnde Freundlichkeit
-
mangelnde Erreichbarkeit
-
mangelnde Zuverlässigkeit
-
mangelnde Schnelligkeit
-
mangelnder Service
-
mangelnde Kulanz
-
mangelnde Beratung
Das Unternehmensprofil
Das Unternehmen muß sich auf dem Markt profilieren, dh. auf
Dauer im Bewußtsein der (potentiellen) Kunden zu verankern. Die
Marketing – Strategie braucht darüber hinaus Komponenten, die
individuell auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sind.
a)
Bekanntheit
Der Name des Unternehmens, des Geschäftes und die Produktmarken
sollten bekannt gemacht werden. Ziel ist die Identifikation von
Name und Produkt zu erreichen (Tempo). Die Intensität hängt von
der Unternehmensgröße, dem Produkt und den Werbemöglichkeiten
ab.
Die
wichtigsten Aspekte sind:
-
als was soll mein Unternehmen bekannt sein?
-
Bei wem soll mein Unternehmen bekannt sein?
b)
Vertrauen
Ist das Unternehmen mit einem bestimmten Profil bei den Kunden
bekannt, haben die Kunden Erwartungen hinsichtlich der Qualität
der Produkte/Leistungen, - der Bedienung und des Services.
Jetzt muß unbedingt darauf geachtet werden, dass die Kunden
nicht enttäuscht werden, da sonst kein Vertrauen mehr in das
Unternehmen besteht und der Kunde negativ dem Unternehmen
entgegen steht. Wenn aber die Erwartungen erfüllt werden,
entwickelt sich daraus eine stabile Basis für eine
vertrauensvolle, dauerhafte Geschäftbeziehung.
c)
Umsatz und Gewinn
Die vertrauensvolle Beziehung zu den Kunden dient nicht dem
Selbstzweck, sondern Umsatz und Gewinn für das Unternehmen zu
erzielen. Eine effektive Marketing Strategie hilft dabei.
Budgetierung
1.
Budgetierung anhand von Umsatzzahlen
2.
Budgetierung anhand von Konkurrenz- oder Branchenzahlen
3.
Budgetierung anhand von Zielsetzungen
Der USP
Unique Selling Proposition – einzigartiges Verkaufsargument, ein
strategischer Wettbewerbsvorteil für das Angebot eines
Unternehmens.
Quellen für
Produktideen
1.
die Kunden
2.
die Mitarbeiter
3.
die Konkurrenz
4.
die Lieferanten
5.
Messen
6.
Markt- und Trendforschung
7.
Datenbanken
8.
Fach- und Tageszeitungen
9.
Seminare / Kongresse
Die Phasen des
Produktzyklus
Markteinführung:
-
langsamer Anstieg des Umsatzes wegen mangelnder
Bekannheit
-
hohe Fixkoste, kaum Gewinn (Entwicklung, Werbung)
-
Kommunikationspolitik hat hohen Stellenwert
-
Positionierung des Produktes
Marktdurchdringung:
-
Starker Umsatzanstieg, hohes Wachstum
-
Break-even-point wird erreicht, höchstmögliche Gewinne
-
Konkurrenz zieht mit Nachahmungen nach (Me-too-Produkte)
Marktsättigung:
-
Umsatz wächst langsamer, dh. Wendepunkt der Umsatzkurve
-
Fallende Preise, Gewinn nimmt ab oder stagniert, trotz
geringerer Fixkosten
Marktdegeneration:
-
Rückgänginger Umsatz und Gewinn, Verluste
-
Verdrängung durch Konkurrenz bzw. Ersatzprodukte
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